Zahnbürste

26.11.21

Zahngesunde Ernährung – nicht einfach nur „zuckerfrei“

Zahngesunde Ernährung ist ein wichtiger Aspekt der Prophylaxe – sprich Ihrer täglichen Dentalhygiene.
Zahnärztin Dr. Rainer von der Zahnboutique in Zürich klärt deshalb darüber auf, was es mit zahngesunder Ernährung auf sich hat, welche Lebensmittel förderlich für Ihre Zahngesundheit sind und warum es nicht ausreicht, lediglich auf Zucker zu verzichten.

Auch bei völligem Verzicht auf Zucker können sich Zahnkrankheiten bilden

Dass unsere moderne westliche Ernährung für unsere Zähne und auch für unsere allgemeine Gesundheit nicht ideal ist, haben bestimmt die meisten bereits gehört oder gelesen. Aber haben Sie auch gewusst, dass es über 300.000 Jahre alte Gebissfunde mit tadellosen karies- und parodontitisfreien Zähnen gibt? Lediglich stärkere Abnutzungsspuren deuten auf die Einnahme vieler harter Lebensmittel hin. Diese Entdeckung führte Wissenschaftler zu der Frage, wie es ohne regelmässiges Zähneputzen oder Fluoridierungsmassnahmen möglich war, die heute leider weit verbreiteten Zahnerkrankungen zu vermeiden.

Für viele Menschen liegt der Schuldige für unsere Zahnproblemen klar auf der Hand – Zucker! Doch ganz so einfach ist es nicht, weiss Ihre Zahnärztin aus Zürich. Wer an einer zahngesunden Ernährung interessiert ist, muss seinen Speiseplan weitgehender umstellen, als lediglich auf Süsses zu verzichten.

Nicht die Anzahl der Bakterien im Mund ist entscheidend, sondern die Art

Der Freiburger Wissenschaftler Dr. Johan Wölber an der Uni-Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie forscht seit Jahren zum Thema zahngesunde Ernährung und weist in seinen Vorträgen immer wieder darauf hin, dass Zahnbeläge nicht grundsätzlich schlecht und als Ursache für Zahnerkrankungen auszumachen sind. Vielmehr veranschaulichen Studien, dass erst durch einen falschen Speiseplan schädliche Bakterien diese Zahnbeläge als Lebensraum nutzen und Zahnfleischentzündungen auslösen.

Ein Steinzeitexperiment, bei dem Menschen eine sehr ursprüngliche Kost verzehren mussten, auf jegliche Zahnpflege jedoch verzichteten, brachte beispielsweise erstaunliche Erkenntnisse zu Tage. So verbesserte sich der so genannte Bleeding on Probing Index (BOP), eine Bewertungshilfe für den Zustand des Zahnfleisches, bereits innerhalb von vier Wochen drastisch.

Dabei gelangten die Forscher zur Erkenntnis, dass sich die Zusammensetzung unserer täglichen Nahrung massiv auf unsere Zahngesundheit auswirkt und eine langfristige Fehlernährung mit grosser Wahrscheinlichkeit zum Zahnverlust im Alter führt.

Als Grundlage der fortlaufenden Zerstörung dentaler Strukturen (Parodontitis, Karies etc.) sind hierbei Entzündungsreaktionen anzusehen. Wobei die Entstehung und der Verlauf von Entzündungen von den jeweiligen Nahrungsbestandteilen massgeblich gesteuert werden. Daraus ergeben sich wichtige Ansätze, aus denen sich die Rahmenbedingungen für eine zahngesunde Ernährung ableiten lassen.

Diese Lebensmittel sollten Sie für gesunde Zähne vermeiden

Allgemein gilt, dass äusserst energiereiche Lebensmittel entzündungsfördernd sind. Dazu zählt Zucker in jeglicher Form, aber auch stark verarbeitete Kohlenhydrate wie Weissmehl oder Nudeln. Doch nicht sämtliche Kohlenhydrate sind per se schädlich. Achten Sie viel eher darauf, dass Sie Kohlenhydrate in ihrer ursprünglichen Zusammensetzung zu sich nehmen, setzen Sie beispielsweise auf Vollkornprodukte, denn Schalen und Fasern sorgen für eine gute Nährstoffverteilung im Darm und verhindern ein rasches Ansteigen des Insulinspiegels. Ebenfalls gilt: Eine ballaststoffreiche Ernährung ist nicht nur für Ihre Darmflora gut, sondern auch für Ihre Zähne, gibt Dr. med. dent. Madeleine Rainer auch Patientinnen und Patienten in Ihrer Zahnarztpraxis in Zürich mit auf den Weg.

Doch nicht nur Kohlenhydrate und Zucker können schädlich für Ihre Zähne sein, auch Fett kann bei falscher Dosierung Entzündungen, auch im Mundraum, auslösen. Dabei kommt es laut Ernährungswissenschaftlern besonders auf das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6-Fettsäuren an. Im Idealfall sollte das Verhältnis hierbei ausgeglichen sein, in der Realität überwiegt leider häufig der Anteil an Omega-6-Fettsäuren, die vorrangig in Fleisch und tierischen Produkten, die aus der Massentierhaltung stammen, stecken. Auch billige Pflanzenöle, die meist in Fertigprodukten und Backwaren verwendet werden, enthalten häufig hohe Mengen an Omega-6-Fetten.

Zu vermeidende Nahrungsmittel sind:

  • stark verarbeitete Lebensmittel mit hoher Energiedichte und leicht verwertbaren Kohlenhydraten wie Weiss-/Toastbrot, Zucker, zuckerhaltige Getränke (auch Tees und Säfte)
  • Fleisch aus Massentierhaltung
  • industriell produzierte, fett- und ölhaltige Produkte (Chips, Schokoladencreme, Saucen)

Diese Lebensmittel sind gesund für Ihre Zähne

Derweil belegen klinische Studien, dass Vegetarier im Durchschnitt weniger tiefe Zahnfleischtaschen haben und auch beim bereits erwähnten BOP-Index deutlich besser abschneiden. Denn einige Pflanzen erweisen sich regelrecht als Powerfood für die Zahngesundheit. So bekämpfen beispielsweise dunkle Beeren mit ihren sekundären Pflanzenstoffen und Antioxidantien signifikant das Zahnfleischbluten, wie in klinischen Untersuchungen bestätigt wurde. Auch nitrathaltiger Salat, wie Rucola, wirkt erwiesenermassen gegen Zahnfleischentzündungen.

Als gesundheitsförderliche Nahrungsmittel gelten:

  • naturbelassene Kohlenhydrate und Fette (Obst, Gemüse, Vollkorn, Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkornreis)
  • Omega-3-Fettsäuren aus fettigem Seefisch oder Algenölen, teilweise auch aus bestimmten pflanzlichen Ölen, wie Leinöl
  • ballaststoffreiche pflanzliche Nahrung (Pilze, Kohl, Sauerkraut, Äpfel)
  • vitaminreiche Lebensmittel, Früchte und Gemüse mit antioxidativen Substanzen (z. B. dunkle Beeren wie Blaubeeren, Brombeeren)

Die Mischung macht’s: Ernährung und Dentalhygiene gehen Hand in Hand

Natürlich müssen Sie nicht komplett auf Lebensmittel der Negativ-Liste verzichten oder sich rein vegetarisch ernähren. Das Wissen darüber, welche Zutaten gut oder schädlich für Ihre Zahngesundheit sind, kann Ihnen jedoch vielleicht dabei helfen, öfters mal bewusst die richtige Entscheidung für Ihre Mundgesundheit zu treffen. Eine ausgewogene Basis aus Obst und Gemüse wirkt dabei entzündungshemmend und unterstützt Ihre private Prophylaxe zu Hause. Durch regelmässige Vorsorgeuntersuchungen und Dentalhygiene, beispielsweise in Form von professionellen Zahnreinigungen, unterstützen auch wir von der Zahnboutique in Zürich gern Ihr Bestreben nach Zahngesundheit.

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