Zahnbürste

11.06.21

Zähne und Genetik – welchen Einfluss hat die DNA auf die Gesundheit unserer Zähne?

„Die schlechten Zähne habe ich von meinen Eltern geerbt.“ Diesen Satz hat vermutlich jeder schon einmal gehört. Es stimmt grundsätzlich, dass die Zähne des Menschen, genau wie sein Aussehen oder sein Körperbau den Gesetzen der Genetik unterliegen. Doch können Karies, Paradontitis, gelbe Verfärbungen und andere Zahnleiden auch vererbt werden? Zahnärztin Dr. med. dent. Rainer aus Zürich klärt darüber auf.

Die Vererbung

Die Weitergabe von Merkmalen an die nächste Generation wird als Vererbung bezeichnet. Jeder Mensch besitzt einen doppelten Chromosomensatz, welcher die Erbinformation (DNA) enthält. Aus den jeweiligen Chromosomensätzen der Eltern wird ein neuer Chromosomensatz zusammengebaut, dieser enthält dann die neu zusammengesetzte DNA des Kindes. Diese DNA macht jeden Menschen so einzigartig, denn es handelt sich dabei um einen individuellen Bauplan, welcher Einfluss auf alles, vom Charakter bis zum Aussehen, nimmt.

Das bedeutet auch, dass unsere DNA für die Grösse und Form unserer Zähne und Kiefer verantwortlich ist, auch die Anordnung und Struktur der Zähne und sogar die Festigkeit des Zahnschmelzes wird vererbt. Forscher haben ausserdem festgestellt, dass es Variationen eines Gens geben kann, welche helfen, Keime zu bekämpfen. Zahnleiden wie Karies können demnach nicht direkt vererbt werden, aber die Veranlagung für diese bis zu einem gewissen Grad schon.

Vererbung von Zahnleiden

Vererbung von Karies:

Wie oben bereits kurz angesprochen, kann Karies nicht vererbt werden; es handelt sich um eine infektiöse Krankheit. Bakterien wandeln im Mund Zucker in Säuren um, welche dann den Zahnschmelz aufweichen und sich in den Zahn hineinfressen. Aus diesem Grund sind eine gute Mundhygiene und regelmässige Zahnreinigungen in Ihrer Zahnarztpraxis in Zürich so wichtig, denn so kann Karies vermieden werden. Dennoch gibt es Menschen, welche regelmässig die Zähne putzen, Zahnseide nutzen und alle Termine zur Dentalhygiene einhalten, und dennoch häufiger unter Karies leiden als Menschen mit einer deutlich weniger gewissenhaften Mundhygiene.

Genau an dieser Stelle kommt dann die Genetik ins Spiel. Forscher haben festgestellt, dass Mäuse, welche eine Mutation in einem speziellen Genbereich aufweisen, einen deutlich weicheren Zahnschmelz haben als Mäuse ohne die Mutation. Personen, die beispielsweise eine ähnliche Genmutation aufweisen, können also erblich bedingt einen weicheren Zahnschmelz haben und sind deshalb durchaus anfälliger für Karies. Dennoch gilt, dass Karies durch Bakterien ausgelöst wird und nicht durch eine Mutation im Erbgut. Eine gute Mundhygiene und das Ergreifen von Vorsichtsmassnahmen sind also essenziell im Kampf gegen Karies – und das übrigens nicht nur für Personen mit einem erblich erhöhten Risiko. Alles in allem gilt, dass es ein genetisches Risiko, an Karies zu erkranken, geben kann, es aber definitiv beherrschbar ist.

Vererbung von Parodontitis:

Genau wie bei Karies handelt es sich bei Parodontitis um eine von Bakterien ausgelöste Krankheit und demnach nicht um eine Erbkrankheit. Im Falle einer Parodontitis werden nicht die Zähne befallen, sondern das Zahnfleisch, in späteren Stadien dann sogar der Zahnhalteapparat.

Parodontitis wird zwar von Bakterien verursacht, es gibt jedoch Gen-Variationen, welche die Schwere, Länge und Häufigkeit, mit der man an einer Paradontitis erkrankt, deutlich erhöhen. Durch den Gendefekt wird bei einer Infektion zu viel des Botenstoffs Interleukin im Körper hergestellt. Dies hat zur Folge, dass es zu einer verstärkten Entzündungsreaktion kommt und sogar das körpereigene Gewebe zerstört wird. Tatsächlich reagiert fast ein Drittel der europäischen Bevölkerung auf Entzündungen mit einer Überproduktion von Interleukin. Es gibt mittlerweile einen Gentest, um festzustellen, ob man in diese Risikogruppe fällt. Sollte das der Fall sein, ist es sehr wichtig, häufige Kontrolltermine einzuhalten und sehr auf die Mundhygiene zu achten, um Paradontitis zu vermeiden.

Verfärbung der Zähne:

Verfärbungen von Zähnen können eine Kombination aus genetischen Anlagen und Umwelteinflüssen sein. Der Zahnschmelz ist in der Regel weiss, darunter liegt das Dentin, welches gelb verfärbt ist. Umso weiter der Zahnschmelz abgenutzt wird, umso mehr scheint das Dentin durch, das wiederum lässt die Zähne gelb wirken. Infolge eines genetischen Defekts kann der Zahnschmelz dünner ausfallen als im Regelfall, und somit sehen die Zähne dann eher gelb aus. Eine Verfärbung der Zähne muss aber keinen genetischen Grund haben, auch Rauchen oder der Konsum von Kaffee, Tee oder Rotwein können die Zähne gelblich-braun verfärben.

Grundsätzlich lässt sich also durchaus feststellen, dass die Veranlagung für Zahnleiden vererbt werden kann, nicht jedoch die Krankheiten selbst. In den meisten Fällen lässt sich das erbliche Risiko durch gute Zahnpflege und regelmässige Kontrolltermine bei Ihrer Zahnarztpraxis in Zürich durchaus gering halten.

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