Zahnbürste

25.06.21

Osteoporose im Kiefer


Mit zunehmendem Alter verlieren die Knochen der Menschen an Dichte. Das ist soweit normal und kein direkter Grund zur Sorge. Unterschreitet die Dichte jedoch einen bestimmten Wert, so spricht man von Osteoporose. In diesem Fall werden die Knochen sehr porös, instabil und es kommt deutlich öfter zu Knochenbrüchen. Auch der Kieferknochen kann von Osteoporose befallen sein, das kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. In diesem Blogbeitrag klärt Ihre Zahnärztin in Zürich, Dr. med. dent. Rainer, deswegen über Risikofaktoren und die Vorbeugung von Osteoporose im Kiefer auf.

Was ist Osteoporose?

Bei Osteoporose handelt es sich um eine chronische Knochenerkrankung, welche sich durch den Abbau von Knochenmasse äussert. Im Körper wird ständig Knochensubstanz auf- und wieder abgebaut. Für diesen Prozess sind bestimmte Zellen verantwortlich. Die Osteoblasten bauen den Knochen auf und die Osteoklasten bauen die Knochensubstanz wieder ab. Bei jüngeren Personen wird deutlich mehr Knochen aufgebaut, somit sind diese stabil und neigen nicht dazu, zu brechen. Mit zunehmendem Alter verändert sich das Verhältnis der Osteoblasten und -klasten, bis irgendwann mehr knochenabbauende Zellen vorhanden sind. Das hat zur Folge, dass die Knochendichte abnimmt und die Knochen porös werden.

Ursachen für Osteoporose

Osteoporose kann viele Ursachen haben. Frauen leiden fast doppelt so häufig wie Männer unter der Knochenkrankheit, das liegt am Hormon Östrogen. Dieses schützt die Knochen eigentlich vor den Auswirkungen der Osteoklasten. In und nach den Wechseljahren wird im Körper der Frau deutlich weniger Östrogen hergestellt, und somit sind die Knochen nun deutlich anfälliger. Weitere begünstigende Faktoren können unter anderem mangelhafte Ernährung, fehlende Bewegung und Diabetes sein.

Osteoporose im Kiefer

Osteoporose kann im gesamten Körper auftreten, und so auch im Kiefer. Der Kieferknochen beginnt porös zu werden. Im Regelfall sitzen die Zähne fest im Zahnhalteapparat verankert, durch Osteoporose beginnt dieser jedoch, sich zu lockern, die Zähne verlieren an Halt und es kommt zu Zahnverlust. Das kann auch Schwierigkeiten beim Einsetzen von Implantaten verursachen, da diese aufgrund der fehlenden Stabilität nicht mehr halten oder gar nicht erst eingesetzt werden können. Darüber hinaus haben wissenschaftliche Studien belegt, dass das Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken, durch Osteoporose und eine geringe Knochendichte deutlich erhöht ist. Parodontitis kann dann ebenfalls zu Knochenschwund und Zahnverlust führen.

Die Osteoporose kann dem Kiefer auch auf eine gänzlich andere Art schaden. Osteoporose wird meist medikamentös behandelt, um das Risiko von Knochenbrüchen zu verringern. In den angedachten Einsatzgebieten, meist die Wirbelsäule oder zum Beispiel der Oberschenkelknochen, helfen diese Medikamente – auch Bisphosphonate – genannt sehr gut und verlangsamen den Knochenabbau deutlich. Doch tritt durch die Einnahme vermehrt eine sehr unerwünschte Nebenwirkung nach Zahnentfernungen auf: Es kann , vor allem im Unterkiefer, zu Wundheilungsstörungen bis zur Osteonekrose kommen.

Osteoporose vorbeugen

Durch die richtigen Massnahmen lässt sich Osteoporose häufig vorbeugen oder zumindest verlangsamen. Besonders wichtig ist viel Bewegung, denn werden Knochen, genau wie Muskeln, nicht regelmässig belastet, bauen sie ab. Das gilt übrigens auch für die Kieferknochen. Durch regelmässiges Kauen fester Nahrung wird dieser trainiert und so deutlich langsamer abgebaut.

Auch die richtige Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Besonders auf eine ausreichende Kalziumzufuhr sollte geachtet werden. Kalzium stärk die Knochen und die Zähne und hilft so, das Fortschreiten von Osteoporose zu verlangsamen.

Enorm wichtig ist auch eine gute Mundhygiene. Gründliches Zähneputzen, das Reinigen der Zahnzwischenräume und der Zunge mindern deutlich das Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken, besonders wenn bereits eine stark verminderte Knochendichte besteht. Darüber hinaus empfiehlt es sich, mindestens einmal im Jahr bei Ihrer Zahnarztpraxis in Zürich einen Termin zur Zahnreinigung zu vereinbaren und regelmässige Kontrolltermine einzuhalten.